Österreich

 

 

Buchcover VeitschVeitsch

 

Unter der Leitung von Helmut Brenner und in Zusammenarbeit des Instituts für Ethnomusikologie der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz und dem Musikwissenschaftlichen Institut der Universität des Saarlandes in Saarbrücken wurde erstmals 2005 eine sich über drei Semester erstreckende Volkslied-Lehrveranstaltung durchgeführt. Der erste von den drei Blöcken des Seminars an beiden Universitäten beschäftigte sich mit den Grundlagen der Volksliedsammlung (Interview, Aufnahme, Dokumentation, Transkription). Der zweite Block bestand aus zwei fünftägigen Feldforschungs-Exkursionen in die Veitsch (Steiermark, Österreich), wo traditionelle Lieder aufgezeichnet und dabei die im ersten Block kennen gelernten Methoden praktisch angewandt werden Die Arbeit in der Veitsch wurde logistisch von der dortigen Gemeinde unterstützt und diese übernahm auch die Kosten für die Nächtigungen. In einem dritten Block wurden die gesammelten Lieder auf ihren Tradierungshintergrund und Verbreitungsgrad untersucht (u.a. durch Recherche im Deutschen Volksliedarchiv in Freiburg im Breisgau).

Am Ende des Projekts war eine „Veitscher Liedersammlung“ entstanden, welche die rezente Singtradition dieses steirischen Alpentals dokumentiert. Die Publikation der Sammlung wurde von der Gemeinde Veitsch finanziert.

„Singtraditionen rund um den Erzberg“ war Thema eines weiteren sich ebenfalls über mehrere Semester und mehrere Lehrveranstaltungen erstreckenden, von Helmut Brenner geleiteten, 2008 begonnenen Forschungsprojekts und beinhaltete die Lehrveranstaltung mit Übung „Grundlagen der Volkslied-Forschung“ (Interview, Aufnahme, Dokumentation, Transkription), das Seminar "Historische Quellen der Ethnomusikologie" sowie die Übung “Feldforschung“ mit einwöchiger Feldforschungsexkursion in die Region Eisenerz. Die Exkursion wurde von den teilnehmenden Gemeinden Eisenerz, Hieflau, Radmer und Vordernberg sowohl logistisch (Kontaktierung der Gewährspersonen, Begleitung der Forscherinnen und Forscher) als auch finanziell (Unterbringung und Verpflegung) unterstützt. In den vier genannten Orten wurden bei traditionellen Sängerinnen und Sängern rezente Singtraditionen aufgezeichnet und dabei die im Wintersemester kennen gelernten Methoden praktisch angewandt. Zudem wurde auch eine zweitägige Exkursion in das Deutsche Volksliedarchiv in Freiburg im Breisgau unternommen. Im Anschluss wurde von den Studierenden die Publikation eines Buches unter dem Titel „Damit sie nicht verloren gehen. Singtraditionen in Eisenerz, Hieflau, Radmer und Vordernberg“ zum Druck vorbereitet, die nicht nur die gesammelten Lieder enthält, sondern auch  Biographien der Gewährspersonen und Artikel über die die historischen und gegenwärtigen Sing- und Musizieranlässe.

steiermark

Der von Engelbert Logar vertretene Forschungsschwerpunkt umfasst Feldforschungen hauptsächlich in der Steiermark, im Burgenland und in Kärnten, die Aufarbeitung von Archivbeständen (z.B. des Erzherzog-Johann Bestandes, der Tonbestände in versch. Archiven, der Zeitungsarchive und sonstigen indirekten Quellen), das Sammeln und Dokumentieren alter handschriftlicher Liederbücher und sonstiger volksmusikalischer Quellen und Instrumente, die Transkription, wissenschaftliche Analyse und Aufarbeitung hauptsächlich auditiver volksmusikalischer Quellen, die Publikation von Volksliedern  (in Kärnten z. B. in Form der Serien: Vsaka vas ima svoj glas/In jedem Dorf klingt es anders, 1988-, Bd. 1-8, oder "Lieder und Musik aus Südkärnten" 1990-, Bd. 1-36) oder in Form von wissenschaftlichen Beiträgen in ethnomusikologischen Zeitschriften, Kongressberichten und sonstigen Publikationen (siehe Bibliographie Logar). Auch die chorische Aufarbeitung mündlich tradierten Liedgutes und die Dokumentation der Blasmusik und instrumentaler Volksmusik sind Bestandteil des Forschungsschwerpunktes.