Wolfgang Suppan (1933-2015)

Wolfgang Suppan (1933-2015)

erstellt am 07. Mai 2015

Anfang Mai 2015 verstarb Prof. Wolfgang Suppan, von 1974 bis zu seiner Emeritierung 2001 Professor an der KUG und Vorstand des Instituts für Musikethnologie.


 

Suppan wurde 1933 in Irdning geboren, begann seine Karriere als Musiker und kam erst im Verlauf seiner Studien am Grazer Konservatorium und an der dortigen Universität zur Musikwissenschaft, doch auch als Wissenschafter war ihm wichtig, die Musizier-Praxis – speziell für den Amateurmusikbereich – nicht aus den Augen zu verlieren. Wissenschaftlich geprägt wurde Suppan vor allem durch Hellmut Federhofer, aber auch durch Persönlichkeiten, wie Joseph Marx, Viktor von Geramb oder Hans Koren, um nur einige zu nennen. Er promovierte 1959 an der Karl-Franzens-Universität in Graz mit der Dissertation Heinrich Eduard Joseph von Lannoy. Leben und Werk (Graz: Akademische Druck- und Verlagsanstalt 1960) und habilitierte sich 1971 an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz über Deutsches Liedleben zwischen Renaissance und Barock. Die Schichtung des deutschen Liedgutes in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts (Tutzing: Schneider, 1973).

Nach Jahren am Johannes-Künzig-Institut für ostdeutsche Volkskunde und am Deutschen Volksliedarchiv in Freiburg im Breisgau wurde Suppan 1974 nach Graz berufen und übernahm in der Nachfolge von Walter Wünsch den Lehrstuhl für Musikethnologie an der damaligen Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2001 durch mehr als ein Vierteljahrhundert Forschung und Lehre prägte, das Institut international ausrichtete und für neue thematische Schwerpunkte öffnete: Europäische und vergleichende Volkslied- und Volksmusikforschung, Anthropologie der Musik, Landeskundliche Musikforschung in der Steiermark und Blasmusikforschung wurden unter seiner Führung den „klassischen“ Themen der Musikethnologie am genannten Institut hinzugefügt.

Suppan war zudem Initiator mehrerer Musikforschungsgesellschaften. 1955 gründete er die Johann-Joseph-Fux-Gesellschaft, deren Präsident er von1995 bis 2001 war; 1967 die Studiengruppe zur Erforschung historischer Volksmusikquellen im ICTM (bis 1988 Co-Vorsitzender), 1965 die Internationale Gesellschaft für Jazzforschung; 1974 die Internationale Gesellschaft zur Erforschung und Förderung der Blasmusik, deren Präsidentschaft er bis 2000 inne hatte; 1981 die World Association for Symphonic Bands and Ensembles, 1995 bis 1997 war er deren Präsident). Zudem gehörte er 1973 bis 1978 dem Präsidium des Deutschen Musikrates  und von 1975 bis 1981 der Forschungskommission der International Society for Music Education (ISME) an.

Auch nach seiner Emeritierung setzte Wolfgang Suppan die rege Publikationstätigkeit fort, deren Umfang den Rahmen hier bei weitem sprengen würde (die beeindruckende Liste ist auf der Homepage der Historischen Landeskommission für Steiermark abrufbar). Hier sollen nur einige der in letzter Zeit publizierten Bücher genannt werden: Steirisches Musiklexikon, zweite völlig überarbeitete und erweiterte Auflage (Graz 2009); Blasmusik in der Steiermark. Musik klingt und berührt die Herzen. Ein Beitrag zur landeskundlichen Musikforschung (Gnas 2010); oder – als Herausgeber – An der Wiege des Landes Steiermark. Die Chronik Pürgg-Trautenfels (Gnas 2013).

Helmut Brenner



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