Laufende Projekte

Tango-Tanzbarkeit von Musik aus Europäischer Perspektive

gefördert vom FWF (Projektnummer V423)

 

 

Eine steigende Anzahl wissenschaftlicher Forschungsprojekte aus unterschiedlichen akademischen Disziplinen beschäftigt sich mit den Elementen „Musik“ und „Tanz“ der komplexen Kunstform „tango argentino“. Keine dieser Studien kombiniert analytische Untersuchungen der Musik und des Tanzes miteinander, obwohl zum tieferen Verständnis der internationalen Wahrnehmung und Ent­wicklung eines genres wie dem tango argentino eine genaue Untersuchung der Grundelemente und ihrer gegenseitigen Abhängigkeit unerlässlich scheint. Dieses Projekt adressiert diesen Umstand und untersucht daher speziell die Wechselbeziehung von tango spezifischen musikalischen Parametern und Bewegungsrepertoire.
Tango argentino wird in dieser Studie als ein kosmopolitisches Phänomen betrachtet, das sich in Form einer internationalen Szene darstellt. Unter dieser Prämisse wird tango argentino in seiner europäischen Gegenwart und Ausprägung untersucht. In der internationalen, und speziell europäischen tango Szene wird die Frage der „tango-Tanzbarkeit“ intensiv diskutiert. Einige tango Tänzer beurteilen gar Musik außerhalb des klassischen tango Repertoires, sogenannte „non-tangos“, als tanzbarer als manche tango Stücke, ein Umstand, der sich im Titel des Projektantrags wiederfindet.
Aufbauend auf diesem emischen Thema wurde folgende etische Fragestellung entwickelt: „Wie beeinflussen Musik- und Tanz-Parameter, sowie soziokulturelle Aspekte, die Wahrnehmung von tango-Tanzbarkeit bei europäischen tango Tänzern?“

Projektteam: Kendra Stepputat, Mattia Scassellati, Christopher Dick

Offizielle Projekt Website: www.dancetangomusic.com

 

 

Constructing identity through revaluation of indigenous cultural forms: a case study on Popbandari Music

PhD Projekt Babak Nikzat

As of the 1960s, because of Iranians’ great enthusiasm for Western culture, Iranian pop music was strongly influenced by Western commercial music and frowned upon the use of elements from regional music traditions. Since the 1980s, various causes, such as the growing Western interest in oriental culture and Iranians’ renewed interest in their own culture, have led to new marketing strategies for pop music. As a result, elements of regional and classical Persian music are now being consciously integrated into pop music, including bandari, a traditional style from southern Iran. This project aims firstly to examine this style in its cultural context, secondly to examine the process of its integration into pop music from a sociocultural perspective, and thirdly, to make a musical analysis of "bandari-pop", comparing its structures to those of traditional genres. Such a comparison makes it possible to trace the process of adaptation and alteration of the original musical elements under the influence of Western music. This is an example of how new commercial music genres emerge as hybrid forms and become a means of establishing identity.

  

 

 

 

 

 

Musizieren im Lungau: Eine musikalische Ethnographie im ländlichen Alpenraum

Dissertationsprojekt Florian Wimmer

Der Lungau ist der südöstlichste Bezirk des Bundeslandes Salzburg, misst ca. 1000 km2 und zählt etwa 20.000 Einwohner. Seine geographische Abgeschiedenheit spiegelt sich auch im kulturellen und sozialen Leben wieder: so weist der Lungau eine hohe Pendler- und Auswanderungsrate auf, gilt aber auch vielfach als traditionelle Region, wo sich noch viele alte Traditionen und Bräuche erhalten haben. Trotz seiner ländlichen Lage ist der Lungau jedoch auch selbstverständlich Teil der westlichen, digitalisierten, globalisierten, postmodernen Welt mit mitsamt ihren Möglichkeiten und Problemen. Die Region stellt – auch wegen ihrer geographischen Eingegrenztheit – so etwas wie ein perfektes “Forschungsbiotop” dar und kann stellvertretend für andere strukturschwache ländliche Alpenregionen gesehen werden.
Das Dissertationsprojekt beschäftigt sich mit dem Musizierleben der Region, das in Form einer musikalischen Ethnographie dargestellt werden soll. Es soll ein umfangreiches und vergleichendes Bild der verschiedenen Musizierbereiche dargestellt werden, die in der Region existieren. Im Zentrum der Fragestellung steht die Analyse von verschiedenen Musik- bzw. Musizierkonzepten und die Verbindung dieser zum sozialen Leben in der Region, ebenso wie die Betrachtung verschiedener Konzeptionen von Tradition, Innovation und Authentizität. Es handelt sich dabei um Begriffe/Konzepte, die in der Ethnomusikologie und in der Volksmusikforschung häufig verwendet und auch häufig stark ideologisiert werden. Eine diskursive Darstellung dieser Begriffe und Konzepte anhand des Lungauer Musizierlebens kann somit neue Erkenntnisse für fachliche Diskurse in Ethnomusikologie und Volksmusikforschung liefern.