Musikalische Kreativität in der traditionellen chinesischen Musik ist das Hauptforschungsinteresse von Rafael Caro Repetto. Seine Dissertation befasste sich mit der Entstehung von Vokalmelodien für Arien des traditionellen Jingju (auch bekannt als "Peking-Oper"). Er kombinierte computergestützte Musikanalyse mit ethnografischen Methoden und konzentrierte sich auf das Konzept von Shengqiang, dem Bestand an melodischen Schemata, aus dem Melodien von Interpreten für neue Stücke arrangiert werden.

Derzeit erweitert er seine Forschungen zur Kreativität auf die Musik der Qin-Zither und auf das Konzept des Qupai, wörtlich "Melodie Bezeichnung", einer allgegenwärtigen kreativen Quelle in traditionellen chinesischen Genres wie Theater, Geschichtenerzählen und Instrumentalensembles.

Neben diesem Fokus auf traditionelle chinesische Musik interessiert sich Rafael Caro auch für Musikpraktiken aus dem gesamten ostasiatischen Raum (verstanden als Han-ethnische Mehrheit in China, Korea und Japan), wobei der Schwerpunkt auf lokalen Themen wie koreanischen Percussion-Ensembles – insbesondere der Janggu-Trommel – oder weiteren regionalen Genres liegt.

Studierende, die sich für eines dieser Themen oder eine andere musikalische Praxis in der Region interessieren, können gerne an unserem Institut forschen.