PhD - Batuku: Artistic Expression and Transmitter of a transcultural Society’s Identity (Denise Schubert)

Der kapverdische Archipel, bestehend aus fünfzehn Inseln, von denen neun besiedelt sind, befindet sich im Zentralatlantik, 400km vom afrikanischen Festland entfernt. Mit der europäischen Entdeckung Mitte des 15. Jahrhunderts durch die Portugiesen, wurde aufgrund der günstigen geografischen Lage, das „Grüne Kap“ zum wichtigen Knotenpunkt für den kolonialen Wirtschafts- und Sklavenhandel. Aufgrund dieser Tatsache und den daraus resultierende Zwangsmigration, findet die heutige kapverdische Bevölkerung ihre ethnologischen Wurzeln in Europa, Afrika, Süd- und Nordamerika. Unterschiedliche Wanderungsprozesse bis in die Gegenwart hinein, formen die schon im Ursprung transnational kapverdische Gesellschaft (Góis 2006:23). Es ergibt sich daraus, dass sich heute die kapverdische Population aus 500.0001 auf den Kapverden lebenden und 700.0002 Kapverdier, die in der Diaspora leben, zusammensetzt (Organização International para as Migrações 2009:106).

Im Zuge der Unabhängigkeitsbestrebung der afrikanischen Länder, mündet der Freiheitskampf auch für die Inselgruppe in die Gründung der Republik Kapverde 1975. Es forciert sich auch die Suche nach nationaler und kultureller Identität. Aus diesem Kontext heraus entstehen unter anderem neue Musikstile wie Morna und Coladera und transportieren das kapverdische Lebensgefühl Morabeza über die Landesgrenzen hinaus und verknüpfen somit eine transnationale Gesellschaft. Ziel dieser Arbeit ist es kapverdische Musik als künstlerische Ausdrucksform mit gleichzeitiger Aufgabe als international kulturellen Transmitter aufzuzeigen.

Kapverdische Musik vermittelt auf den Inseln selbst, wie auch in der Diaspora eine gemeinsame kreolische Sprache (Simon: 317), Historie, Sichtweisen auf aktuelle Lebensumstände und Imagination und stabilisiert damit eine gemeinsame kulturelle Identität (Lundberg 2010:33).

Also Grundstock und damit Ausgangsbasis für die Feldforschung ist die von mir 2013 angefertigte Masterarbeit über „Kapverdische Musik in Lissabon“. In den zwei Jahren, die ich in Lissabon lebte wurde ich bereits Teil der dortigen kapverdischen Gesellschaft. Teilnehmende Beobachtung und Interviews konnten mir schon eine Innensicht in die Musik und Musikerszene vermitteln. Die Feldforschung wird nun ausgeweitet und findet fortan auf den Kapverden selbst statt. Sie inkludiert teilnehmende Beobachtung auf der Hauptinsel Santiago (Sotavento, Gruppe der Südinseln) und Midelo (Barlavento, Gruppe der Nordinseln). Ergänzt wird die qualitative Methode durch quantitative Zusammenarbeit mit Interviews und statistisch Belege.